01 | 2022
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© BILD: HILDBURG LOHMÜLLER


Wie wird ein Strandkorb hergestellt?


Ein Blick hinter die Kulissen beim Strandkorb-Hersteller deVries

Der Warnemünder Hof-Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann fertigte 1882 ein Produkt, das heute bei vielen Familien einen schönen Platz hat und rege genutzt wird. Er baute eine Sitzgelegenheit für eine rheumakranke Frau namens Elfriede von Maltzahn für den Strand, in der sie die heilende Seeluft geschützt vor Wind und Sonne genießen konnte. Bereits ein Jahr später folgte ein Modell für zwei Personen – Bartelmann legte mit seiner Entwicklung den Grundstock für den Strandkorb. Der Strandkorb ist ein typisch deutsches Produkt“, erläutert Enno Cramer, Geschäftsführer der dekoVries GmbH, Deternerlehe. „Noch vor etwa 25 Jahren sah man Strandkörbe nur an der Küste und nur in einfacher Ausführung“, so der Geschäftsführer. Das gehört längst der Vergangenheit an.Es hat auf diesem Gebiet ein großer Wandel stattgefunden. Ein qualitativ hochwertiger Strandkorb ist eine Investition für viele Jahre. Das Produkt erfreut sich seit Jahren immenser Beliebtheit im Garten, auf der Terrasse, auf dem Balkon und im Wintergarten, und die Corona-Krise hat den Boom noch mal stark vorangetrieben.

7 Stunden vom Zuschnitt bis zur Verpackung 

Mit dem wichtigen und genauen Zuschneiden des Stoffes beginnt die Arbeit. „Wir verwenden größtenteils Dralonstoffe, die sind bedingt wasserabweisend“, erklärt Cramer. An einem Tisch schneiden zwei Näherinnen die Stoffe für sämtliche Teile eines Strandkorbs zu. „Nach Möglichkeit immer gleich in sechsfacher Ausfertigung je Design, bei weniger nachgefragtem Design nur die dreifache Menge“, beschreibt Vanessa Welk, Leiterin der Näherei, den Vorgang. 

Die nächste Station ist die Nähmaschine: Hier werden alle Einzelteile – Bezug Sitz-Rücken, Bezüge Fußkissen, Sonnenmarkise sowie Bezüge Nacken- und Knuffelkissen – in Handarbeit genäht: „Für eine Garnitur brauchen wir etwa zweieinhalb bis drei Stunden, ohne Zuschnitt“, erklärt Vanessa Welk das Zeitfenster. 

Die nächste Abteilung, die Kissenfüllung, wird in der Regel auch von den Näherinnen betreut. „Wir arbeiten derzeit in zwei Schichten und Außendienstmitarbeiter mit Cagliusta hilft aus“, so der Geschäftsführer. Seine Aufgabe ist es, den Schaumstoff in die Bezüge einzuziehen. „Das klingt einfach und ähnelt dem Betten beziehen, ist aber anstrengend. Alles muss genau passgerecht sitzen“, so Cagliusta. Vom Zuschnitt über Nähen bis zum Füllen der Kissen rotieren die Mitarbeiterinnen im Wechsel. „Bei uns arbeiten alles gelernte Näherinnen. Die Rotation bringt Abwechslung und tut dem Körper gut, weil Zuschneiden und Füllen anstrengende Arbeiten sind und die soll niemand den ganzen Tag machen“, macht Enno Cramer deutlich. 

Weiter geht es in die Produktion. Das hochwertige Geflecht der Strandkörbe, das in Asien geflochten wird, liegt in einzelnen Bauteilen vor und wird zusammengeschraubt. Das Material des Strandkorbs besteht aus Teakholz, das Rohrgeflecht aus Polyethylen und die Beschläge aus Edelstahl. 

Abschließend werden die Körbe mit den Kissen ausgestattet, nochmal gereinigt, geprüft und dokumentiert. 

Zusatzausstattung wie Laufrollen, Schutzhüllen oder auch Champagnerkühler werden beigefügt. Vom Zuschnitt bis zur Verpackung für den Versand braucht ein Strandkorb etwa sieben Stunden. „Nach mehrfacher Kontrolle, Reinigung und Verpackung verlässt der Korb einen Tag später das Werk“, berichtet Thomas Moré, Leiter der Produktion. Verpackungspappe und -folie wird im Werk gepresst und geht zurück zur Wiederverwertung. Während die fertigen Strandkörbe das Werk verlassen, wartet in der Lagerhalle bereits die nächste Ware auf Produktion.


 



Seit 1984 Strandkörbe von deVries

Strandkörbe in 1a-Qualität aus Deternerlehe werden in ganz Deutschland, Österreich, Schweiz und den Benelux-Ländern verkauft. Der Vertrieb erfolgt über den Fach- und Versandhandel, Gartencenter, Baumärkte, Möbelhäuser. Seit 1984 produziert deVries Strandkörbe und ist damit sowohl einer der erfahrensten Hersteller am Markt als auch Marktführer bei der Gestaltung und Veredelung von Strandkörben in Deutschland.Die Sicherung des hohen Qualitätsstandards bei den Strandkörben und Gartenmöbeln gewährleistet deVries durch eigene Produktionsstätten in Ostfriesland und Indonesien. Der Werksverkauf befindet sich seit 2017 in Augustfehn.